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Begleitet werden
Wie ist es möglich,
Menschen so zu begleiten, dass sie zu ihrer eigenen Berufung finden? Diese
Frage steht hinter den „Geistlichen Übungen“ des Ignatius von Loyola
(1491-1556). Dabei ging es ihm um die Schulung der geistlichen Intuition,
um Herzensschau und die „Unterscheidung der Geister“. Dazu gehört auch die
Fähigkeit, im Vertrauen auf Gottes Wirken Eigenes loslassen zu können und
neue Kräfte zu gewinnen. Ähnlich wie Martin Luther ging es auch Ignatius
um die Stellung des einzelnen Menschen vor Gott und damit die Vorordnung
des Individuums und seines Glaubensweges vor den institutionellen und
dogmatischen Vorgaben der Kirche. |
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Anders als bei Luther war sein wichtigstes „Werkzeug“ jedoch nicht das
Wort der Schrift, sondern neben dieser die ganzheitliche
Selbstwahrnehmung. Das ist es, was ihn so modern erscheinen lässt und die
ignatianische Vorgehensweise über Konfessionsgrenzen hinaus so attraktiv
macht.
Aus dem Erfahrungsweg des Ignatius ergeben sich viele Impulse für unsere
diesjährigen Angebote im Bereich der Geistlichen Begleitung und der
Exerzitien. Dabei versuchen wir, die ignatianische Spiritualität vor dem
Hintergrund evangelischer Identität zu erschließen und sie mit modernen
Formen der Begleitung, z.B. der „lösungsorientierte Beratung“ ins Gespräch
zu bringen.
Besonders hinweisen möchten wir an dieser Stelle auf das erste Treffen des
Geistlichen Netzwerks am 9. Februar 2009, das sich an diesem Tag zu einem
offenen Forum für alle Interessierten weitet. Prof. Dr. Peter Zimmerling,
praktischer Theologe an der Universität Leipzig, wird über das Thema
„Geistliche Begleitung in der Geschichte des Protestantismus. Eine
Spurensuche“ referieren.
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